VON VIBE CODING ZU AGENTIC ENGINEERINGONLINE-ANHANG
Buchcover: Von Vibe Coding zu Agentic Engineering — Methoden für professionelle Softwareentwicklung mit KI, Thomas Raffelsieper, Carl Hanser Verlag. Rotes Cover mit dem Motiv eines geteilten Entwickler-Schreibtischs: links Chaos, rechts geprüfte Struktur.

Errata & Aktualisierungen zum Buch

Von Vibe Coding zu
Agentic Engineering

Methoden für professionelle Softwareentwicklung mit KI

Thomas Raffelsieper · Carl Hanser Verlag

  • Erscheint am 11. September 2026
  • ISBN 978-3-446-48854-0
  • E-Book inklusive
  • Stand dieser Seite: 7. September 2026

Ein gedrucktes Buch ist ein Release ohne Hotfix-Kanal. Diese Seite ist der Hotfix-Kanal: Zwischen Redaktionsschluss und Erscheinen kam eine komplette Modellgeneration, das meistgenannte Werkzeug des Buchs bekam einen neuen Eigentümer, ein Google-Produkt wurde eingestellt, und eine vielzitierte Studie erklärte sich selbst für nicht mehr messfähig. Hier steht, was davon welche Buchstelle betrifft — strukturiert, transparent und gegen Quellen verifiziert, so wie das Buch es selbst verlangt.

Gebrauchsanweisung

Vier Teile, unterschiedliche Dringlichkeit

Nicht jede Abweichung ist ein Fehler. Diese Seite unterscheidet deshalb sauber zwischen dem, was in die Irre führt, und dem, was zum Redaktionsschluss schlicht anders war.

A · KorrekturenAussagen, die heute in die Irre führen. Handlungsrelevant, mit Ersatztext.vor dem Nachbauen
B · AktualisierungenZahlen und Stände, die zum Redaktionsschluss korrekt waren und inzwischen fortgeschrieben wurden.beim Zitieren
C · NachträgeWas seit Redaktionsschluss dazugekommen ist und im Buch fehlt.zum Weiterlesen
D · Lebende TabelleModell-, Preis- und Namensstände. Wird laufend fortgeschrieben.bei Budgetfragen

Zur Verortung

Die Einträge verweisen auf Kapitel, Zwischenüberschrift und Seitenzahl. Die Seitenzahlen entsprechen der finalen Druckfassung; das Buch gliedert in Teil I Grundlagen, Teil II Methodik und Teil III Professionalität.

Teil A

Korrekturen

Neun Stellen, an denen das Buch heute in die Irre führen würde. Die erste ist sicherheitsrelevant.

E-01Sicherheitsrelevant

Das Permission-Modell von Claude Code beschreibt nicht mehr die Voreinstellung

Kapitel 3, „Das Permission-Modell: Kontrolle behalten“, S. 52 · Kapitel 8, „Claude Codes Sicherheitsmodell“, S. 151

Im Buch steht

„Im Standardmodus bittet Claude Code bei jeder potenziell destruktiven Aktion um Erlaubnis. Wenn es eine Datei ändern, einen Shell-Befehl ausführen oder einen MCP-Server nutzen möchte, sehen Sie eine Abfrage mit einer Beschreibung der geplanten Aktion.“ (K3)
„Wenn Claude Code eine Aktion ausführen will, die Auswirkungen auf Ihr System haben könnte […], muss der Agent zunächst Ihre Erlaubnis einholen.“ (K8)

Richtig ist

Seit dem 14. August 2026 ist der Auto-Modus die Standard-Berechtigungsstufe für neue Sessions auf den Plänen Pro, Max und Team. Er ersetzt die Rückfrage nicht durch blindes Vertrauen, sondern durch eine Prüfung: Ein separater Klassifikator bewertet jeden Shell-Befehl und jede Aktion. Claude fährt fort, solange die Aktion nicht als irreversibel, destruktiv oder außerhalb der Arbeitsumgebung eingestuft wird — dann fragt es weiterhin.

Der Auto-Modus existierte bereits zum Redaktionsschluss: als Research Preview seit März 2026, auf dem Pro-Plan seit Mai, auf Amazon Bedrock, Google Cloud und Microsoft Foundry seit Juni. Zum Standard wurde er erst im August — eingebaut ab v2.1.228 auf macOS, Linux und WSL bzw. ab v2.1.233 auf Windows; ältere Versionen starten weiterhin in der Stufe, die das Buch beschreibt.

Diese Stufe heißt inzwischen Manual, in der CLI, in den IDE-Erweiterungen und in der Desktop-App. Der Konfigurationswert bleibt default; manual wird als Alias akzeptiert (ab v2.1.200). Wer im Buch „Standardmodus“ liest, muss also unterscheiden: Manual ist der Modus, den das Kapitel beschreibt. Die Voreinstellung ist er nicht mehr. Und die Rückfrage bei Shell-Befehlen hat eine vierte Antwort bekommen, „Yes, and switch to auto mode“ (ab v2.1.247); sie ist damit zugleich der Ausstieg aus dem Modus, der sie auslöst.

Warum umgestellt wurde — und warum das Kapitel 8 stützt

In einem kontrollierten Test mit 1.053 Personen erkannte der Auto-Modus 89 % der gefährlichen Befehle. Die manuelle Freigabe durch Menschen erkannte 13,6 %. Der Grund ist unbequem: Nutzerinnen und Nutzer bestätigen rund 97 % aller Berechtigungsabfragen.

Damit bestätigt die Umstellung genau das, was Kapitel 10 aus dem SaaStr-Vorfall ableitet: Guardrails müssen technisch sein, nicht sprachlich. Eine Rückfrage, die reflexhaft weggeklickt wird, ist kein Guardrail — sie ist eine Quittung. Die praktische Konsequenz des Buchs bleibt gültig und wird wichtiger: Verlassen Sie sich nicht auf die Abfrage, sondern auf explizite deny-Regeln. Das Buch zeigt sie im selben Abschnitt; dieser Teil ist unverändert richtig.

Was Sie konkret tun sollten

  1. /permissions zeigt in einer laufenden Session den aktiven Modus. Er lässt sich jederzeit umschalten; eine selbst gesetzte Voreinstellung wird durch die Umstellung nicht überschrieben.
  2. Destruktive Operationen gehören in deny-Regeln, nicht in die Hoffnung auf eine Rückfrage — insbesondere git push --force, Löschbefehle und Produktionszugriffe.
  3. Auf Enterprise-Plänen und bei API-Konten blieb der Auto-Modus in der ersten Ausrollphase optional. Prüfen Sie, was in Ihrer Organisation gilt.
  4. Netzwerkbefehle wie curl gehen im Auto-Modus durch den Klassifikator, der curl | bash standardmäßig blockt. Für Skripte, die nie fragen sollen, gibt es seit v2.1.260 --permission-prompts none: Was eine Rückfrage auslösen würde, wird abgelehnt, der aktive Modus entscheidet weiter.

Kapitel 3 bringt es auf eine Formel, die durch diese Umstellung nicht falsch, sondern nur eine Stufe wichtiger geworden ist: „Vertrauen ist gut, ein explizites allow ist besser.“ Seit dem 14. August gilt die Umkehrung genauso — Vertrauen ist gut, ein explizites deny ist besser.

Vorschlag für den Nachdruck · Kapitel 3

„Claude Code kennt mehrere Berechtigungsstufen. In der strengsten fragt der Agent vor jeder potenziell destruktiven Aktion nach. Voreingestellt ist auf den Abo-Plänen inzwischen der Auto-Modus: Ein separater Klassifikator prüft jede Aktion und lässt sie durchlaufen, solange sie nicht irreversibel, destruktiv oder außerhalb Ihres Arbeitsverzeichnisses ist — sonst fragt er weiterhin. Der Hintergrund dieser Umstellung ist aufschlussreich: In Anthropics eigenen Messungen erkannten Menschen bei manueller Freigabe nur einen Bruchteil der gefährlichen Befehle, weil sie fast jede Abfrage bestätigen. Was Sie wirklich schützt, sind deshalb nicht die Rückfragen, sondern die Regeln, die Sie vorher aufschreiben.“

E-02Eigentümerwechsel

Cursor gehört seit August 2026 zu SpaceX

Kapitel 2, „Cursor: Der Platzhirsch mit dem größten Ökosystem“, S. 21 · mitbetroffen: Vorwort, Kapitel 7, Kapitel 11

Im Buch steht

„Gegründet 2022 von Anysphere, begann Cursor als schlanker VS-Code-Fork […] Heute, im Frühjahr 2026, gehört Cursor zu den prominentesten KI-Coding-Tools weltweit, mit mehr als einer Million Nutzer.“

Richtig ist

SpaceX hat Anysphere übernommen. Der Abschluss erfolgte Mitte August 2026 (Quellen nennen den 14. bzw. 15. August), das Volumen lag bei rund 60 Milliarden US-Dollar in Aktien — die größte Übernahme eines risikokapitalfinanzierten Startups überhaupt. Cursor wird als Tochtergesellschaft in einer Division geführt, die nach der Fusion mit xAI unter dem Namen „SpaceXAI“ firmiert.

Für die tägliche Nutzung ändert sich zunächst wenig: Die Preisstufen (kostenlos / 20 / 60 / 200 US-Dollar) und der Modellzugang blieben unverändert. Am 6. August 2026 wurden die Preise einzelner Drittanbietermodelle im Token-Pool deutlich gesenkt.

Warum das zählt

Das Kapitel bewertet Werkzeuge nach Funktionsumfang, Modellvielfalt und Preis. Für Leserinnen und Leser in regulierten Branchen ist die Eigentümerfrage aber ein eigenständiges Auswahlkriterium — wem gehört der Anbieter, wohin fließen Telemetrie und Code, welcher Konzernstrategie folgt das Produkt. Diese Dimension kommt im Buch nicht vor und sollte bei jeder Werkzeugentscheidung mitgeprüft werden.

QuellenSeeking Alpha · DevOps.comZuletzt geprüft: 24. August 2026
E-03Produkt ersetzt

Windsurf ist nicht umbenannt, sondern ersetzt worden

Kapitel 2, S. 23, Hinweiskasten und Abschnitt „Windsurf: Der Herausforderer mit eigenem Modell“, Preistabelle · mitbetroffen: Vorwort (3×), Kapitel 5, Kapitel 7

Im Buch steht

„Kurz vor Drucklegung dieses Buchs (Juni 2026) hat Cognition Windsurf in Devin Desktop umbenannt; der Assistent Cascade wird seitdem unter dem Namen Devin Local weitergeführt. Funktionsumfang und Preise blieben zunächst unverändert.“

Richtig ist

Der Kasten stimmt in jedem Detail — er greift nur zu kurz. Der Wechsel am 2. Juni 2026 war keine Umbenennung, sondern ein Kategoriewechsel. Devin Desktop baut auf der IDE-Grundlage von Windsurf auf, verlagert den Schwerpunkt aber vom Editor zur Steuerzentrale:

  • Agent Command Center — eine Kanban-Ansicht, über die lokale und Cloud-Agenten gemeinsam verwaltet werden. Das ist die Standardoberfläche, nicht mehr der Editor.
  • Spaces — geteilter Kontext zwischen Agenten, mit gruppierten Sessions, Pull Requests und Dateien.
  • Agent Client Protocol (ACP) — ein offenes Protokoll, mit dem beliebige kompatible Agenten in beliebigen kompatiblen Editoren laufen.

Bestandsnutzer erhielten das Update automatisch; Plan, Einstellungen und Erweiterungen wurden übernommen.

Konsequenz für die Lektüre

Der Windsurf-Abschnitt beschreibt korrekt ein Produkt, das es in dieser Form nicht mehr gibt. Lesen Sie ihn als Beschreibung der Editor-Kategorie — der Vergleich Cascade gegen Cursors Agent Mode bleibt lehrreich —, nicht als Kaufberatung.

QuellenDevin: Windsurf is now Devin Desktop · Devin Desktop FAQZuletzt geprüft: 24. August 2026
E-04Werkzeug ersetzt

Gemini CLI bedient keine Endnutzer mehr — der Abschnitt zu GEMINI.md beschreibt ein Werkzeug mit geschlossener Vordertür

Kapitel 2, „Die Macht der Konfigurationsdateien“, S. 32, Absatz beginnend „Google hat mit GEMINI.md …“

Im Buch steht

„Google hat mit GEMINI.md ein paralleles Format für Gemini CLI eingeführt; Gemini CLI kann AGENTS.md zusätzlich einlesen, allerdings nur per Konfiguration — standardmäßig liest es nur GEMINI.md.“

Richtig ist

Gemini CLI und die Gemini-Code-Assist-Erweiterungen haben am 18. Juni 2026 aufgehört, Anfragen von Free-, AI-Pro- und AI-Ultra-Konten zu bedienen; so hatte Google es am 19. Mai 2026 angekündigt. Nachfolger ist die Antigravity CLI, eine in Go geschriebene Terminal-Oberfläche, die sich mit der Desktop-Anwendung Antigravity 2.0 einen gemeinsamen Agent-Harness teilt. Enterprise-Kunden mit Gemini Code Assist und Nutzer mit eigenem API-Schlüssel werden weiter bedient.

Eingestellt ist das Projekt damit nicht. Das Repository google-gemini/gemini-cli ist nicht archiviert: Release v0.58.0 am 1. September 2026, letzte Änderung am 4. September, Lizenz Apache 2.0. Die Dokumentation trägt weiterhin den Banner, Gemini CLI werde durch Antigravity CLI ersetzt. Für Leserinnen und Leser des Buchs ändert das nichts an der Konsequenz: Wer ohne Enterprise-Vertrag oder API-Schlüssel arbeitet, ist auf die Antigravity CLI verwiesen. Auch der GSD-Installer aus Kapitel 6 führt unter den unterstützten Laufzeiten inzwischen Antigravity CLI statt Gemini CLI.

Nicht betroffen: Kapitel 3 nennt den Übergang bereits korrekt („geht im Juni 2026 in Antigravity CLI über“). Dort ist keine Korrektur nötig.

Randnotiz: Die Torvalds-Anekdote in Kapitel 1 ist dadurch besser gealtert als gedacht — aus der „agent-first Coding-Umgebung“ von November 2025 ist Googles gesamte Agentenplattform geworden.

E-05Codebeispiel

Das Listing der GitHub Action nennt einen Modell-Alias, der nicht mehr der aktuelle ist

Kapitel 3, „Fortgeschrittene Techniken: Headless Mode und CI/CD-Integration“, YAML-Listing, S. 66

Im Buch steht

claude_args: "--max-turns 10 --model claude-sonnet-4-6"

Richtig ist

Der Alias claude-sonnet-4-6 verweist auf die Generation vor Sonnet 5. Er funktioniert noch: Anthropics Deprecations-Seite führt ihn als „Active“ mit einer Retirement-Zusage nicht vor dem 17. Februar 2027, die Modellübersicht unter „Legacy (still available)“. Aber Codelistings werden wörtlich übernommen, und ein Buch lebt länger als ein Modell-Alias. Das Listing wird an dem Tag scheitern, an dem das Modell zurückgezogen wird. Die Dokumentation der Action zeigt inzwischen claude-sonnet-5 als Beispiel; besser ist, den Modellnamen gar nicht ins Listing zu schreiben.

# Entweder den Alias weglassen und den Kontostandard nutzen:
claude_args: "--max-turns 10"

# oder den jeweils aktuellen Alias einsetzen, siehe Teil D:
claude_args: "--max-turns 10 --model <aktueller-alias>"

Für neue Sessions lässt sich das Standardmodell inzwischen über die Umgebungsvariable ANTHROPIC_DEFAULT_MODEL setzen — in CI-Umgebungen die wartungsärmere Variante, weil der Alias dann an genau einer Stelle steht.

Regel für alle weiteren Listings

In ein Codebeispiel, das jahrelang in einem Buch steht, gehört kein Modellname. Das gilt auch für die Neuauflage.

E-06Projektlage

Die Projektlage von GSD ist im Buch unvollständig dargestellt

Kapitel 6, „Von V1 zu V2: Prompts werden zur Plattform“, S. 109 · mitbetroffen: Quellenverzeichnis, Kapitel 7

Im Buch steht

„GSD V1 (ursprünglich github.com/gsd-build/get-shit-done, seit Mai 2026 als gsd-core unter github.com/open-gsd weiterentwickelt) …“

Bestätigt

Die technischen Angaben des Buchs stimmen. Beide abgedruckten Installationsbefehle sind weiterhin die offiziell empfohlenen, und auch die Zwei-Linien-Darstellung trifft zu:

npx @opengsd/gsd-core@latest   # V1 / Core
npx @opengsd/gsd-pi@latest     # V2 / Pi

Beide Pakete werden aktiv gepflegt: @opengsd/gsd-core 1.12.0 vom 30. August 2026, @opengsd/gsd-pi 1.18.0 vom 4. September 2026. gsd-core ist mit rund 9.100 Sternen das Flaggschiff, gsd-pi liegt bei rund 1.200.

Was fehlt: der Anlass

  • Seit dem 1. April 2026 gibt es keinen Kontakt mehr zum ursprünglichen Maintainer (TÂCHES); dessen Social-Media-Konten sind gelöscht oder nicht erreichbar.
  • Der mit dem Projekt verbundene $GSD-Token wurde öffentlich mit einem Rug-Pull in Verbindung gebracht.
  • Im Mai 2026 veröffentlichten die verbliebenen Maintainer eine Continuity-Ankündigung und verlagerten die Entwicklung unter die Organisation open-gsd — zunächst als get-shit-done-redux, seit dem 30. Mai 2026 als gsd-core. Das ursprüngliche Repository gsd-build/get-shit-done ist archiviert (letzte Änderung 31. Mai 2026).
  • Der Name ist umgedeutet: gsd-core führt als Tagline „Git. Ship. Done.“; „Get Shit Done“ kommt im README nicht mehr vor. Das im Buch zitierte „No bs“-README gehört zum archivierten V1-Repository.

Sicherheitsrelevanter Nachtrag

Die Maintainer weisen ausdrücklich darauf hin, für neue Installationen nicht die alten Paketnamen zu verwenden. Wer noch ein Paket aus der Vorgängerzeit installiert hat, sollte es über npm uninstall entfernen — ausdrücklich nicht über den projekteigenen Uninstall-Befehl, um kein potenziell nicht vertrauenswürdiges Skript auszuführen.

Alt — nicht mehr verwendenNeuStand des alten Pakets auf npm
get-shit-done-cc@opengsd/gsd-coredeprecated seit 23. Mai 2026
gsd-pi (ungescoped)@opengsd/gsd-pideprecated seit 23. Mai 2026
@gsd-build/sdk@opengsd/gsd-sdkkein Marker, seit 27. März 2026 unverändert
@opengsd/get-shit-done-redux@opengsd/gsd-coredeprecated, verweist auf den neuen Namen

Warum das in eine Errata gehört: Das Buch empfiehlt GSD als eines von drei Frameworks. Wer der Empfehlung folgt und den Projektnamen sucht, stößt zuerst auf die Kontroverse und nicht auf die Empfehlung. Und wer einer älteren Anleitung gefolgt ist, hat womöglich ein Paket installiert, das er entfernen sollte.

Unberührt bleibt alles Inhaltliche. Context Rot, die Iron Rule, die Hierarchie Milestone → Slice → Task, Wave Execution, Crash Recovery, Stuck Detection, Verifikations-Gates und Kostendeckel sind Muster, keine Produkteigenschaften. Sie gelten unabhängig davon, wer das Repository verwaltet — und sie sind 2026 dabei, Branchenstandard zu werden.

E-07Studienlage

Die METR-Folgestudie liefert kein belastbares Ergebnis — nach METRs eigener Einschätzung

Kapitel 10, „Die Synthese: Vibe Coding ist ein Werkzeug, kein Wunder“, S. 190

Im Buch steht

„… auch wenn METRs Folgemessung vom Februar 2026 für neuere Tools wieder vorsichtige Geschwindigkeitsgewinne nahelegt.“

Richtig ist

Die Richtung der Buchaussage stimmt — die Schätzwerte deuten tatsächlich auf vorsichtige Geschwindigkeitsgewinne. Was die Fußnote nicht transportiert: METR selbst erklärt die Messung für nicht belastbar.

Im Einzelnen: METR hat das Folgeexperiment durchgeführt, die Daten aber am 24. Februar 2026 als „unreliable signal“ eingestuft. Die Schätzwerte: Wiederholer aus der Erststudie rund 18 % schneller, wobei das Konfidenzintervall von 38 % schneller bis 9 % langsamer reicht; neu Rekrutierte rund 4 % schneller (15 % schneller bis 9 % langsamer). Beide Intervalle schließen die Null ein.

Drei Gründe nennt METR für die Unzuverlässigkeit — und der erste ist selbst der interessanteste Befund:

  1. Deutlich mehr Entwickler verweigerten die Teilnahme, weil sie nicht ohne KI arbeiten wollen. Die Kontrollgruppe erodiert; wer bleibt, ist nicht mehr repräsentativ.
  2. Die Vergütung sank von 150 auf 50 Dollar pro Stunde — ein zweiter Selektionseffekt.
  3. Die Zeitmessung bricht zusammen, wenn Entwickler mehrere Agenten parallel laufen lassen. „Zeit an einer Aufgabe“ ist keine wohldefinierte Größe mehr, sobald drei Agenten gleichzeitig arbeiten, während der Mensch etwas anderes tut.

Punkt 3 ist für dieses Buch fast der wichtigste: Nicht nur die Antwort verändert sich — die Frage „Wie schnell ist ein Entwickler?“ verliert ihre Messbarkeit, sobald Arbeit parallel delegiert wird. METR entwickelt deshalb ein neues Studiendesign.

Vorschlag für den Nachdruck

„Die METR-Studie zeigt, dass Produktivitätsgewinne nicht garantiert sind. Die Folgemessung von 2026 deutet zwar auf vorsichtige Gewinne, aber METR selbst stuft sie als nicht belastbar ein — aus einem Grund, der mehr über die Gegenwart sagt als jede Prozentzahl: Es fanden sich kaum noch Entwickler, die für die Kontrollgruppe ohne KI arbeiten wollten, und die Zeitmessung selbst versagt, sobald mehrere Agenten parallel laufen. Die Frage, ob KI-Werkzeuge Entwickler schneller machen, wird gerade unbeantwortbar — nicht weil die Antwort unklar wäre, sondern weil das Gegenexperiment verschwindet.“

E-08Empfehlung

Die Empfehlung zu Aider ist überholt

Kapitel 2, „Aider: Das Werkzeug der Power-User“, Schlussabsatz, S. 26 · mitbetroffen: „Die Vergleichsmatrix“

Im Buch steht

„Wenn Sie sich in dieser Beschreibung wiedererkennen, sollten Sie Aider zumindest ausprobieren. Es könnte Ihr neues Lieblingswerkzeug werden.“

Richtig ist

Aider ist weiterhin gepflegt und funktionsfähig, hat aber deutlich an Tempo verloren: seit August 2025 kein getaggter Release, letzter Repository-Push im Mai 2026. Vor allem ist die Modellempfehlung der Projektdokumentation nicht auf dem Stand aktueller Frontier-Modelle — dort stehen weiterhin Gemini 2.5 Pro, Claude 3.7 Sonnet, o3/o4-mini und GPT-4.1.

Die Einordnung des Buchs — schlanker Klassiker mit vorbildlicher Git-Integration, der die Konvention der atomaren Commits geprägt hat — bleibt richtig. Die Empfehlung an Einsteiger ist es nicht mehr. Wer heute einen quelloffenen Terminal-Agenten sucht, findet in OpenCode das aktivere Projekt.

QuelleMorph: OpenCode vs Aider, Juni 2026Zuletzt geprüft: 4. September 2026
E-09Befehle umbenannt

BMAD hat seit Mai die Befehle umbenannt, mit denen das Buch arbeitet — und einen der sechs Agenten zurückgezogen

Kapitel 7, Abschnitte 7.5 bis 7.11, S. 125–131 · Kapitel 4, S. 72–74, 80, 83–85 · mitbetroffen: Vorwort S. XIV, Vergleichstabelle S. 120

Im Buch steht

„sechs spezialisierte KI-Agenten (Mary, John, Winston, Amelia, Sally, Paige), vier Phasen“ (K4)
„bmad-check-implementation-readiness … bmad-dev-story“ (K7)
„Marco nutzt den Quick Flow für den Fix: bmad-quick-dev“ (K7)
„im Quell-Repository unter src/bmm-skills/1-analysis/bmad-agent-analyst/“ (K4)

Richtig ist

Die Umbenennung begann mit 6.7 (17. Mai 2026) und 6.9 (21. Juni 2026), also um den Redaktionsschluss herum. Version 6.11.0 vom 9. August 2026 hat den Rest erledigt und die Skills neu zugeschnitten; der Changelog überschreibt das mit „Quick Dev becomes Build“. Die Zahl der Kernskills sank von 14 auf 8. Die Namen, die das Buch verwendet, lauten heute:

Im BuchHeute
bmad-create-prdbmad-prd (seit 6.7, 17. Mai 2026)
bmad-create-architecturebmad-architecture (seit 6.9, 21. Juni 2026)
bmad-market-researchbmad-deep-recon (seit 6.11; auch für Domain- und Technik-Recherche)
bmad-check-implementation-readinessentfernt (6.11), aufgegangen in bmad-sprint-planning
bmad-dev-story / bmad-create-storydeprecated (6.11); seit 6.12 nur noch mit --shims installiert
bmad-quick-devbmad-build (seit 6.11)
bmad-checkpoint-previewbmad-walkthrough (seit 6.12.0, 3. September 2026)
bmad-agent-tech-writer (Paige)zurückgezogen (6.11) — fünf statt sechs Agenten; ein Ersatz ist als optional installierbarer Agent angekündigt

Unverändert: bmad-help, bmad-party-mode, bmad-brainstorming, bmad-create-epics-and-stories, npx bmad-method install und _bmad/custom/<skill>.toml. Geändert mit 6.11: Der Quellbaum heißt agents / plan / ship, den Ordner 1-analysis gibt es nicht mehr; die Konfiguration liegt in TOML-Dateien, die config.yaml des Buchs gilt als Legacy; uv mit Python 3.11 ist Pflicht. Version 6.12.0 vom 3. September 2026 zieht die Schraube an: Die Weiterleitungen von alten auf neue Namen („Shims“) gibt es bei einer Neuinstallation nur noch mit --shims.

Warum das zählt

Kapitel 7 ist ein durchgängiges Praxisbeispiel, und die Befehlskette PRD → Architektur → Readiness-Check → Story ist sein Rückgrat. Wer heute frisch installiert, findet diese Namen nicht; einer davon existiert nicht mehr. Die Methode dahinter — Phasen, Artefakte, Rollen — ist unverändert, und das Buch beschreibt sie zu Recht als Muster, nicht als Befehlsliste. Auch Paige kostet das Buch keine These, nur eine Zahl; die Doku spricht von „on hiatus“.

Die Richtung bestätigt, was Kapitel 7 mit dem Quick Flow andeutet: Der Aufwand richtet sich nach der Aufgabe, nicht nach dem Framework. BMAD hat das in 6.12 zum Grundsatz gemacht — „Build decides how much ceremony a change needs after investigating it, not before.“ Einen Ersatztext für den Nachdruck gibt es bewusst nicht: Zwischen 6.11 und 6.12 lagen knapp vier Wochen, Version 7 ist angekündigt.

Was Sie konkret tun sollten

  1. Nach der Installation bmad-help aufrufen; der Befehl listet die aktuellen Skill-Namen.
  2. Den Ablauf aus Kapitel 7 übersetzen: bmad-prd, bmad-architecture, bmad-create-epics-and-stories, bmad-sprint-planning, bmad-build, bmad-walkthrough.
  3. Für ältere Anleitungen bei der Installation --shims mitgeben; dann leiten die alten Namen weiter.
  4. Anpassungsdateien umbenennen (bmad-quick-dev.tomlbmad-build.toml), uv installieren.
Teil B

Aktualisierungen

Diese Angaben waren zum Redaktionsschluss korrekt. Sie stehen hier, weil sie beim Zitieren datiert werden sollten — nicht, weil das Buch sich geirrt hätte.

A-01Kapitel 3 · S. 56

Modellgeneration

Das Buch nennt Claude Opus 4.7 und 4.8 mit ihren Benchmarkwerten und beschreibt ein Kontextfenster von 200.000 Token mit optionaler Erweiterung auf eine Million. Inzwischen ist die Claude-5-Familie da, und sie hat drei Stufen statt zwei:

  • Claude Sonnet 5 — Ende Juni 2026, Standardmodell für Pro und Team Standard, natives Kontextfenster von einer Million Token, adaptives Reasoning standardmäßig aktiv. Seit dem 1. September 2026 kostet es dauerhaft 2 / 10 US-Dollar je Million Token; der Satz war als Einführungspreis bis Ende August angekündigt, die Rückkehr auf 3 / 15 findet laut Preisseite nicht statt. Die Kostenrechnung des Buchs (S. 64: 3 / 15 für Sonnet) liegt damit um ein Drittel zu hoch.
  • Claude Opus 5 — 24. Juli 2026, Standard für Max, Team Premium und Enterprise, ebenfalls eine Million Token Kontext. Der Preis blieb gegenüber Opus 4.8 bei 5 / 25 US-Dollar; ein Fast Mode ist zu 10 / 50 verfügbar.
  • Claude Fable 5.1 — 1. September 2026, oberhalb von Opus, eine Million Token Kontext, 10 / 50 US-Dollar je Million Token; der Vorgänger Fable 5 erschien am 9. Juni 2026. Die Schwestervariante Claude Mythos 5.1 gibt es nur auf Einladung (Project Glasswing). In Claude Code (laut Doku ab v2.1.255, laut Changelog v2.1.257) wählt man die Stufe ausdrücklich mit /model fable; der Alias best nimmt Fable, wo verfügbar, sonst Opus. Voreinstellung ist Fable auf keinem Plan.

Das Verhältnis Eingabe zu Ausgabe bleibt auf allen drei Stufen 1 : 5.

Die eigentliche Nachricht ist nicht die neue Zahl, sondern die Taktzahl: sechs Frontier-Veröffentlichungen zwischen Mitte April und Anfang September 2026. Ein gedrucktes Buch kann diesem Rhythmus nicht folgen. Was das Kapitel dazu selbst schreibt, bleibt uneingeschränkt gültig: „Benchmarks messen das, was messbar ist, nicht unbedingt das, was wichtig ist.“

A-02Kapitel 9 · S. 164

OpenClaw hat eine Stiftung — die offene Frage des Kapitels ist beantwortet

Das Kapitel endet mit der Frage, ob die Zusicherung hält, OpenClaw bleibe nach Steinbergers Wechsel zu OpenAI quelloffen und unabhängig.

Am 8. Juli 2026 wurde die OpenClaw Foundation als gemeinnützige Stiftung gegründet. Das Projekt bleibt unter MIT-Lizenz, hat bezahlte Maintainer und einen neutralen Träger. Über zwei Dutzend Core-Maintainer arbeiten daran, darunter je vier von Nvidia und Microsoft, je drei von OpenAI und Tencent sowie Beteiligte von Atlassian, Xiaomi, Red Hat und Hugging Face. Hauptsponsoren sind OpenAI, GitHub und Nvidia.

  • Sternzahl: Das Buch nennt 250.000 mit dem ehrlichen Zusatz, dass die Zahl schwankt. Inzwischen über 375.000. Aussagekräftiger ist ohnehin eine andere Größe: rund 4,5 Millionen neue selbstgehostete Instanzen pro Woche.
  • Sicherheitsinfrastruktur: Der Satz „kein Bug-Bounty-Programm, kein dediziertes Sicherheitsteam und kein formaler Audit-Prozess“ beschreibt den Zustand vor der Professionalisierung. Das Projekt hat seither auf Zuverlässigkeit umgestellt — Agent-Recovery, Audit-Trails, MCP-Validierung, LTS-Roadmap. Die grundsätzliche Sicherheitskritik bleibt berechtigt.

Die Pointe hat sich verbessert: Big Tech finanziert inzwischen die quelloffene Alternative zu Big Tech. Ob das die Unabhängigkeit sichert oder nur eleganter verpackt, ist die Frage, die an die Stelle der alten tritt.

QuellenThe New Stack · Peter SteinbergerZuletzt geprüft: 24. August 2026
A-03Kapitel 2 · S. 27 ff.

Marktzahlen der No-Code-Plattformen

PlattformIm BuchStand August 2026
Lovable400 Mio. $ ARR, Bewertung 6,6 Mrd. $rund 500 Mio. $ ARR, Bewertung rund 13,2 Mrd. $ — in sechs Monaten verdoppelt
Replit50 Mio.+ Nutzer, 9 Mrd. $ BewertungBewertung unverändert; rund 525 Mio. $ ARR, Unternehmensziel 1 Mrd. $ zum Jahresende (nicht extern geprüft)
Bolt.newkeine Zahlen genanntrund 40 Mio. $ ARR bei rund 700 Mio. $ Bewertung, profitabel — deutlich hinter Lovable und Replit

Die Einordnungen des Buchs — Lovable als Schönheitskönig mit tiefer Supabase-Integration, Bolt als Sprinter ohne Plan-Schritt, Replit als All-in-One-Plattform für Nicht-Programmierer — bleiben zutreffend. Nur die Größenverhältnisse haben sich verschoben.

Zuletzt geprüft: 24. August 2026
A-04Kap. 2 S. 26 · Kap. 5 S. 96 · Kap. 7 S. 121

Projektgrößen der Open-Source-Werkzeuge

  • OpenCode: Das Buch nennt über 160.000 GitHub-Sterne (Stand Mai 2026). Inzwischen über 170.000.
  • Spec Kit: Das Buch nennt „über 80 Erweiterungen“ — an vier Stellen: als Abschnittsüberschrift in Kapitel 5 (S. 96) und damit auch im Inhaltsverzeichnis, im Fließtext sowie in der Vergleichstabelle in Kapitel 7 (S. 121). Eine volatile Zahl in einer Überschrift wandert automatisch ins Inhaltsverzeichnis — eine Lehre für Band 2. Belastbarer sind heute andere Kennzahlen: über 120.000 GitHub-Sterne und Version 0.11.0 vom Juni 2026 mit Unterstützung für mehr als 30 KI-Agenten.
  • BMAD: Das Buch beschreibt Version 6 mit Skills Architecture und BMad Builder. Aktuell ist die 6.8er-Linie; eine Version 7 ist angekündigt, aber ohne Termin. Neu und im Buch nicht enthalten: Seit Juli 2026 gibt es einen dritten Weg von der Aufgabenbeschreibung zum eingecheckten Code — neben der vollen Methode und Quick Dev jetzt den BMad Loop.
Zuletzt geprüft: 4. September 2026
A-05Kapitel 1 S. 11 · Kapitel 10

Entwicklerumfragen — dieselbe Erhebung, aber eine schärfere Kennzahl

Das Buch zitiert aus der Stack-Overflow-Erhebung 2025 die Werte 84 % Nutzung, 69 % berichtete Produktivitätsgewinne, 46 % fehlendes Vertrauen in die Genauigkeit und 66 % Frustration über „fast richtige“ Lösungen. Alle vier bleiben korrekt.

Derselben Erhebung ist aber eine Kennzahl zu entnehmen, die das Bild schärfer fasst als die im Buch zitierte: Nur 29 % der Befragten gaben an, KI-Ergebnissen zu vertrauen — elf Prozentpunkte weniger als 2024. Stack Overflow hat diesen Befund im Februar 2026 unter dem Titel „Closing the developer AI trust gap“ selbst zum Thema gemacht.

Das Leitmotiv: Nutzung steigt, Vertrauen fällt — belegt als Trend von 2024 auf 2025, nicht als Momentaufnahme. Diese Schere ist als Befund haltbarer als jeder Einzelwert und trägt die Argumentation von Kapitel 10 besser als die Misstrauens-Quote allein.

Zur Einordnung: Eine publizierte Nachfolgeerhebung gibt es noch nicht — die Umfrage 2026 lief im Sommer an, ihre Ergebnisse erscheinen voraussichtlich erst nach dem Buch. Sekundärquellen, die die genannten Werte bereits als „Survey 2026“ führen, verwechseln das Erhebungsjahr; diese Seite wird aktualisiert, sobald die echten 2026er-Zahlen vorliegen.

A-06Kapitel 11 · S. 201

EU AI Act — die Prognose des Buchs ist eingetreten

Kapitel 11 schreibt, die Hochrisiko-Pflichten griffen „nach der im Mai 2026 vereinbarten Fristverschiebung im Wesentlichen ab Ende 2027“. Das lässt sich präzisieren, und zwar bestätigend.

Der Digital Omnibus wurde am 24. Juli 2026 im Amtsblatt veröffentlicht und trat am 27. Juli 2026 in Kraft — sechs Tage vor der ursprünglichen Frist. Die Hochrisiko-Pflichten nach Annex III verschieben sich auf den 2. Dezember 2027, die nach Annex I auf den 2. August 2028. Die Transparenzpflichten nach Artikel 50 gelten unverändert seit August 2026.

QuelleRat der Europäischen UnionZuletzt geprüft: 24. August 2026
A-07Kapitel 11 · S. 192

Karpathys Begriffsverschiebung — bestätigt, und jetzt zitierbar

Kapitel 11 schreibt, Karpathys Antwort auf die Kritik am Begriff „Vibe Coding“ sei „im Februar 2026, ebenfalls via Social Media“ gekommen. Das ist korrekt. Der Beitrag auf X fiel fast genau auf den ersten Jahrestag der ursprünglichen Begriffsprägung vom Februar 2025.

Was sich ergänzen lässt, ist die Belegstelle. Karpathys Formulierung im Wortlaut:

„Personally, my current favorite [is] ‚agentic engineering‘: ‚agentic‘ because the new default is that you are not writing the code directly 99 % of the time, you are orchestrating agents who do and acting as oversight — ‚engineering‘ to emphasize that there is an art & science and expertise to it.“

Die breit rezipierte Zuspitzung — „vibe coding ist passé“ — fiel erst später: beim Fireside Chat auf Sequoias AI-Ascent-Veranstaltung am 30. April 2026. Dort stammt auch die Formel, die den Unterschied am schärfsten fasst:

„Vibe coding raises the floor. It lets almost anyone create software by describing what they want. […] Agentic engineering raises the ceiling. It is the professional discipline of coordinating fallible agents while preserving correctness, security, taste, and maintainability.“

Für den Nachdruck

Das Februar-Zitat ist die beste verfügbare Belegstelle für die zentrale These von Kapitel 11 und ließe sich als Fußnote ergänzen. Die April-Formel „raises the floor / raises the ceiling“ wäre darüber hinaus ein starker Kapitelabschluss — sie sagt in zwei Sätzen, was das Buch über elf Kapitel entwickelt.

Teil C

Nachträge

Kein Fehler im Buch, aber ein Nachtrag für alle, die ein Kapitel als Einstieg genutzt haben.

N-01Kapitel 3

Claude Code — was das Kapitel noch nicht abbildet

Die Konzepte des Kapitels — Tool-System, agentische Suche, Kontextverwaltung, MCP, Hooks, Sub-Agenten, Skills, Headless-Betrieb — sind unverändert gültig. Gegenüber dem im Kapitel beschriebenen Stand (Frühjahr 2026) sind vor allem Bausteine für Arbeit mit mehreren Agenten gleichzeitig dazugekommen; einige davon erschienen in den Wochen um den Redaktionsschluss, die meisten danach:

  • Sitzungsübergreifende Kommunikation — Claude-Code-Sessions können einander Nachrichten schicken, statt dass Sie einen Befund zweimal erklären. Mit @ erwähnen Sie eine andere Session namentlich.
  • Fork-Modus standardmäßig aktiv — Claude übergibt eine Nebenaufgabe an einen Sub-Agenten, der den vollen Gesprächsverlauf erbt.
  • Sub-Agenten laufen standardmäßig im Hintergrund und können eigene Sub-Agenten starten (gedeckelt bei fünf Ebenen).
  • Dynamische Workflows — ein Skript, das Claude selbst schreibt, orchestriert dutzende bis hunderte Sub-Agenten.
  • Agent View (claude agents) — eine Übersicht über alle Sessions: was läuft, was wartet auf Sie, was ist fertig.
  • Selbstgehostete Umgebungen — Cloud-Sessions auf eigener Infrastruktur, offene Beta für Team und Enterprise.

Für das Sicherheitskapitel relevant: /code-review läuft als Hintergrund-Sub-Agent; ein Security-Plugin führt einen Multi-Agenten-Schwachstellenscan durch und wandelt ausgewählte Befunde in Patches; ein security-guidance-Plugin prüft Claudes Änderungen laufend während der Arbeit.

Weiter: Computer Use im CLI, eingebauter Browser in der Desktop-App, /doctor als Setup-Diagnose, --safe-mode zur Fehlersuche ohne Anpassungen, fallbackModel für bis zu drei Ausweichmodelle.

Zuletzt geprüft: 24. August 2026
N-02Kapitel 2 und 11

Die Konvergenz läuft weiter — auf Multi-Agenten-Steuerung zu

Kapitel 2 endet mit der These, alle Werkzeuge würden agentisch. Das hat sich bestätigt und ist bereits eine Stufe weiter: Alle Werkzeuge werden zu Kommandozentralen für mehrere Agenten.

  • Cursor v3 mit acht parallel arbeitenden Agenten
  • Google Antigravity 2.0 mit Agent Teams und Agent Manager
  • GitHub Copilot mit Multi-Agenten-Workspace, einem neuen Agenten auf Basis des Copilot SDK, Agent Skills und MCP im Code Review (allgemein verfügbar seit Ende Juli 2026) sowie Copilot in Slack
  • Devin Desktop mit dem Agent Command Center
  • Dazu eine Werkzeugklasse, die es zum Redaktionsschluss noch nicht als Kategorie gab: eigenständige Orchestratoren wie amux, Claude Squad, workmux und Microsoft Conductor

Und die nötige Gegenevidenz: Google Research hat im Januar 2026 unter dem Titel „Towards a Science of Scaling Agent Systems“ (Kim et al.) 180 Agentenkonfigurationen ausgewertet — fünf Architekturen über vier Benchmarks und drei Modellfamilien, bei konstant gehaltenen Tools, Prompts und Token-Budgets. Gegenüber einem Einzelagenten verstärken unabhängig parallel laufende Agenten Fehler um das 17,2-Fache; zentrale Koordination begrenzt die Verstärkung auf das 4,4-Fache. Zentral koordinierte Multi-Agenten-Setups verbessern parallelisierbare Aufgaben um bis zu 81 % — aber auf Aufgaben mit strikt sequenziellen Abhängigkeiten verschlechterte jede getestete Multi-Agenten-Architektur das Ergebnis, um 39 bis 70 %.

Parallelität ist damit keine Einstellung, sondern eine Entscheidung — und zwar eine, die von der Struktur der Aufgabe abhängt.

N-03Kapitel 10

Die Delegationslücke

Anthropics Agentic Coding Trends Report 2026 liefert die Zahl, die das Kritikkapitel gebraucht hätte: Entwicklerinnen und Entwickler setzen KI in rund 60 % ihrer Arbeit ein, können aber nur 0 bis 20 % ihrer Aufgaben vollständig delegieren.

Der Bericht liest das nicht als Scheitern, sondern als Beschreibung des Berufs: Einrichten, Prompten, Beaufsichtigen, Validieren und Urteilen sind nicht die Reibung auf dem Weg zur Automatisierung, sondern die Arbeit selbst. Das ist die empirische Fassung dessen, was das Buch über elf Kapitel argumentiert.

Zuletzt geprüft: 24. August 2026
N-04Kapitel 3 und 8

MCP hat eine neue Spezifikation — und einen behördlichen Sicherheitsleitfaden

Kapitel 3 beschreibt MCP über stdio und HTTP und weist zu Recht darauf hin, dass die frühen Referenz-Server archiviert sind. Seit dem 28. Juli 2026 gibt es eine neue Spezifikation: staatenloser Protokollkern, Multi-Round-Trip-Anfragen, Header-basiertes Routing, cachebare Listenergebnisse, gehärtete Autorisierung und ein formales Extensions-Framework.

Größenordnung des Ökosystems: rund 97 Millionen SDK-Downloads pro Monat, über 5.800 Server. Für das Sicherheitskapitel wichtig: Zu MCP existiert inzwischen ein behördlicher Sicherheitsleitfaden (Juni 2026) — Prompt Injection über Server- und Werkzeugbeschreibungen ist die dominante neue Angriffsklasse und im Buch nur mit einem Warnkasten vertreten.

Zuletzt geprüft: 4. September 2026
N-05Kapitel 2

AGENTS.md hat einen Träger

Der Abschnitt in Kapitel 2 — inklusive der ernüchternden ETH-Befunde zum tatsächlichen Nutzen von Kontextdateien — bleibt inhaltlich unverändert richtig. Ergänzend: AGENTS.md wird inzwischen von der Agentic AI Foundation unter dem Dach der Linux Foundation betreut, liegt in über 60.000 Repositories und wird von mehr als einem Dutzend Werkzeugen gelesen.

Die Aussage des Buchs, dass Claude Code AGENTS.md nicht direkt liest und der empfohlene Weg der @AGENTS.md-Import aus der CLAUDE.md ist, gilt weiterhin.

Zuletzt geprüft: 4. September 2026
Teil D

Lebende Tabelle

Stand 4. September 2026. Dieser Teil wird fortgeschrieben; die übrigen Teile bleiben als Korrekturprotokoll stehen.

Modelle in Claude Code

RolleAktuellStandard für
Spitzenklasse, ausdrücklich zu wählenClaude Fable 5.1 (seit 1. September 2026)kein Plan — /model fable
Höchste Leistungsklasse in der VoreinstellungClaude Opus 5 (seit 24. Juli 2026)Max, Team Premium, Enterprise
Ausgewogene KlasseClaude Sonnet 5 (seit Ende Juni 2026)Pro, Team Standard
Kontextfenster1 Mio. Token nativ bei allen dreien

Der jeweils aktuelle Alias steht in der offiziellen Dokumentation. Setzen Sie ihn über ANTHROPIC_DEFAULT_MODEL an genau einer Stelle, nicht in jedem Skript.

Preisverhältnisse

Statt Beträgen hier das, was sich als stabil erwiesen hat: Ausgabe-Token kosten etwa das Fünffache von Eingabe-Token. Dieses Verhältnis hat vier Modellgenerationen überstanden und gilt seit dem 1. September 2026 auf drei Stufen: 2 / 10 (Sonnet 5), 5 / 25 (Opus 5), 10 / 50 (Fable 5.1) US-Dollar je Million Token. Die absoluten Beträge haben sich mehrfach geändert — sie stehen bei den Anbietern.

Für Claude Code gilt weiterhin die Struktur, die Kapitel 3 beschreibt: Abo mit Kontingent (Pro und zwei Max-Stufen) oder nutzungsbasierte API-Abrechnung, dazu Wochenlimits auf den Abo-Plänen. Auch Cursor und GitHub Copilot arbeiten mit dieser Mischform; Copilot hat zum 1. Juni 2026 auf nutzungsbasierte AI Credits umgestellt, was das Buch bereits vermerkt.

Werkzeuge, die im Buch anders heißen

Im BuchHeute
WindsurfDevin Desktop (seit 2. Juni 2026)
CascadeDevin Local
Gemini CLIAntigravity CLI (Endnutzer-Abschaltung 18. Juni 2026)
Anysphere (Cursor)Tochter von SpaceX (seit Mitte August 2026)
Amazon Q Developer CLIKiro CLI (Support für die Amazon-Q-Developer-IDE-Plugins endet 30. April 2027)
gsd-build/get-shit-doneopen-gsd/gsd-core (Zwischenname get-shit-done-redux, seit 30. Mai 2026 gsd-core; V1-Repository archiviert, letzte Änderung 31. Mai 2026)
Zum Buch
Werbebanner des Carl Hanser Verlags: das Buch ‚Von Vibe Coding zu Agentic Engineering‘ als gedrucktes Exemplar, daneben der Hinweis ‚E-Book inklusive‘ und der Claim ‚Das Praxishandbuch für anspruchsvolle Programmierung mit KI‘ Zur Buchseite beim Carl Hanser Verlag →

Zur Methode. Grundlage dieser Seite ist ein systematischer Abgleich des Buchs (Redaktionsschluss Juni 2026) mit dem aktuellen Stand der Werkzeuglandschaft. Jede Angabe ist gegen die jeweils verlinkte Quelle geprüft; die Buchzitate und Seitenzahlen sind gegen die finale Druckfassung abgeglichen — alle Fundstellen bestätigt, die Seitenzahlen entsprechen dem gedruckten Buch (Teil I Grundlagen, Teil II Methodik, Teil III Professionalität).

Fortschreibung. Diese Seite wird laufend gepflegt. Jede Änderung an einem Eintrag ist in der Versionshistorie des zugrunde liegenden Repositories nachvollziehbar — eine Errata-Seite sollte sich an denselben Maßstäben messen lassen wie das Buch, das sie korrigiert.

Diese Seite ist der persönlich vom Autor gepflegte Online-Anhang zum Buch. Sie ist kein Angebot des Carl Hanser Verlags. Fragen, Hinweise und Fundstellen, die hier fehlen: Thomas.Raffelsieper@viadee.de

Der Autor arbeitet als Senior Consultant und Software Architect bei der